Rennrad Tour - 3 Seentour im Alpenvorland
... Tegernsee, Spitzingsee und Schliersee .. und jede Menge schöner Straßen

Rennrad Tour - 3 Seentour

Tour Länge: 141km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 29 km/h
Höhenmeter: 1440 hm
Details zur Tour auf Komoot.de

Landschaftlich und auch vom Anspruch her war dies bisher eine der stärksten Tour. Weniger die Länge, sondern vielmehr die Höhenmeter ließen mich die Tour sehr vorsichtig angehen. Die Streckenführung sollte mich über kleine Landstraßen zum Schliersee bringen. Ein Tipp von einem befreundeten Radler brachte mich auf eine kleine Straße, die für den motorisierten Verkehr gesperrt ist. Diese Straße sollte mich bis knapp vor die österreichische Grenze bringen. Weiter zum Spitzingsee und Schliersee und dann wieder zurück in mein heimatliches Baldham. Schon die Vorplanung mit Komoot brachte mein Blut in Wallung. Ich konnte die Tour kaum erwarten und meine Erwartungen sollten mehr, als erfüllt werden.

Am 7. Juni 2016 ist es soweit, meine Nuckelflasche ist gut gefüllt und auch eine Banane und ein Traubenzucker sollte nicht fehlen. Über mir inzwischen gut bekannte Straßen geht es in Richtung Süden, immer den Bergen entgegen, die noch unendlich weit weg scheinen. Der Anblick dieses Panoramas kurz vor Mitterdarching nach etwa 35 Kilometer flößt mir Vorfreude und Respekt ein. Mein spontaner Gedanke ... wow und in diese fernen Berge, da fahre ich hin!

3 Seentour - das Bergversprechen Das "Bergversprechen"

Nach gut 50 Kilometer, die mich durch die wunderschöne Reitshamer Gegend führen, vorbei an kleinen Bayrischen Dörfern, erreiche ich den Tegernsee. Die letzten Kilometer führen mich durchs Luisental, vorbei an der Mangfall. Nun liegt die Uferstraße des Tegernsees vor mir mit schönen Ausblicken.

Schilfgürtel am Tegernsee Schilfgürtel am Tegernsee
Tegernsee mit Bergen Ein letztes Mal öffnet sich die Landschaft bevor es in die Klamm geht

Das mondäne Tegernsee versprüht fast schon einen südländischen Flair. Alleine das Rathaus am See gelegen, ist einen Blick wert. Nur noch wenige Kilometer Uferstraße liegen vor mir, dann verabschiede ich mich von dem ersten meiner drei Seen. Von nun an führt die Straße stetig bergauf bis zum ersten Sattel auf 1031 Meter Höhe.

3 Seentour Ausschnitt

Die Straße führt vorbei, an der bekannten Moni Alm immer weiter in Richtung Süden. Sie ist kaum befahren, trotzdem sollte man vorsichtig sein, denn es herrscht Busverkehr. Die Ausblicke in die Landschaft sind aber atemberaubend. Es ist schon ein ganz eigenes Gefühl, zwischen den Bergen nahezu alleine mit dem Rennrad unterwegs zu sein. Die Steigungen selbst spüre ich kaum, viel zu sehr ist meine Aufmerksamkeit von der Natur rings um mir gefesselt.

Perfekte Rennradlerstrecke entlang der Vallepp Eine perfekte Straße für Rennradler und das wichtigste - sie geht bergauf!

Immer tiefer führt mich diese feine Straße in die Berge, entlang der weißen Valepp, die mir immer wieder schöne Ausblicke auf ihr Bachbett beschert, mal wild tosend, mal sanft dahinplätschernd - es wird einfach nicht langweilig. Viel zu schnell ist der erste Sattel überwunden und eine feine Abfahrt führt mich zum südlichsten Punkt der Tour, die nur wenige Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt ist. Die Schlucht wird immer enger und die Natur immer schroffer.

Valepp Südlichster Punkt Rechts und links ragen die Felswände auf

Nach knapp 75 Kilometer habe ich den südlichsten Punkt erreicht und es geht wieder bergauf in Richtung Spitzingsee. Diese Straße ist für den motorisierten Verkehr gesperrt, dafür treffe ich viele Schicksalsgenossen, die mit mir diese wunderschöne Strecke teilen.

Valeppalpe Die Landschaft auf der Valeppalpe ist fast schon kitschig

Kurz vor dem Spitzingsee öffnet sich die Schlucht und gibt den Blick auf die Valeppalpe frei. Irgendwie so müsste der "Bayrische Himmel" aussehen. Sanfte Berge, weiße Wolken und natürlich ein Gasthaus mit Ausschank ... was will man mehr. Die "rote Valepp" fließt sanft dahin, eingebettet in saftig grünen Wießen.

Ein letzter Anstieg und der Spitzingsee, einer der höchsten Seen in Bayern, liegt vor mir.

Spitzingsee Der Spitzingsee, der zweite See in meiner Runde

Der See selbst ist recht überschaubar. Man merkt dem See auch den Tourismus an. Der Kontrast ist für mich fast körperlich spürbar. Vor wenigen Minuten bin ich noch in der fast unberührten Natur gewesen und nun sehe ich ein Schild vor mir mit dem Titel "Yoga-Radeln". Und darauf ist ein etwas beleibterer Herr abgebildet im Radldress ... naja, was das zu bedeuten hat?

Aber nun ... zurück auf die Straße und die hat etwas ganz besonderes mit mir vor ... Am Spitzingsattel angekommen, offenbart sich mir zweierlei, der Ausblick auf den Schliersee und die Vorfreude auf eine heiße Abfahrt - ein Ritt auf zwei dünnen Reifen ins Tal.

Der Blick auf den Schliersee Der Blick auf den Schliersee, der dritte im Bunde

Das ist bis jetzt die heißeste Abfahrt - mein Tacho zeigt 80km/h an und es könnte noch schneller gehen aber das muß nicht sein. Das Erlebnis habe ich so oder so, verbunden mit der Gewißheit, wenn es mich jetzt zerlegt, dann sind meine Einzelteile auf ein paar hundert Meter auf der Straße verstreut. Also , eine leichte Bremsung schadet nicht und dadurch wird ja der Abfahrsgenuss ein bisserl verlängert.

Fast 90 Kilometer habe ich nun in den Waden und, vorbei am Schliersee, den letzten See in meiner 3-Seentour, geht es nun wieder heim in mein heimatliches Baldham. Die Straßen führen stetig bergab und das tut mir auch gut, denn die Höhenmeter spüre ich inzwischen doch ein wenig. Kaum ist die Bergeuphorie vergangen, merke ich doch, daß meine Form nach wie vor ausbaufähig ist. Nur das Level ist inzwischen höher geworden.

Ein letzter Anstieg bei Kilometerstand 110 hinter Feldkirchen Westerham fordert nochmals alles von mir. Irgendwie habe ich den kleinen Weg weniger steil in Erinnerung, da hat wohl der liebe Herrgott noch ein paar Höhenmeter für mich dazugeschaufelt. Aber bald ist auch das geschafft und die letzten Kilometer führen fast stetig bergab.

Immerhin - trotz der Höhenmeter und der Fotostopps habe ich noch einen 29 km/h Schnitt heimgebracht. Obwohl ich froh bin, nun meine Beine etwas ausstrecken zu können, weiß ich eines .... Diese Tour sieht mich wieder !!!


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