Ein Besuch in Kärnten - Ende April 2016
... natürlich mit meinem Rennrad

Rennrad Tour durch Kärnten von Gmünd nach Klagenfurt

Nach vielen Jahren wollten wir wieder mal nach Klagenfurt fahren, um dort ein schönes Wochenende mit meinen Eltern und Brüdern zu verleben. Mein ursprüngliches Ziel war, diesen Besuch mit meinem ersten Alpencross zu verbinden. Die Strecke sollte über Obertauern gehen. Ein später aber umso heftigerer Wintereinbruch mit Temperaturen in den Bergen um -15° und heftigen Schneefällen machte dieses schöne Vorhaben leider unmöglich. Aufgeschoben ist aber bekanntlich nicht aufgehoben. Aber man muß ja zu Kompromissen bereit sein - das Rennrad musste auf jeden Fall mit.

Rennrad Tour von Gmünd nach Klagenfurt - Kärnten bereitete mir einen frostigen Empfang

Länge: 94 km
Höhenmeter: 640 hm
Durchschnittsgeschwindigkeit: 31 km/h
Details zur Tour auf Komoot.de

Laut Wetterbericht sollten die Schneefälle am Donnerstag abklingen. Nur um Villach sollten leichte Regenschauer das Ganze etwas ungemütlicher machen. Also kein Problem für meine erste Rennrad Tour in meinem Geburtsland Kärnten seit über 30 Jahren ... dachte ich.

Schneechaos an den Tauern

Hinter dem Tauerntunnel war reinstes Schneechaos. Die Flocken kamen dicht an dicht runter. An ein Aussteigen und Losradeln war nicht zu denken. Nun es gibt ja noch den Katschberg Tunnel - nach dem Motto - die Hoffnung stirbt zuletzt. Leider hatte sich das Wetter auch südlich vom Katschberg nicht gebessert - also weiter nach Gmünd. Tatsächlich, kurz vor Gmünd ging der Schneefall zurück. Die Ausfahrt Gmünd raus und sofort die Katschberg Bundesstraße begutachtet, mit positivem Ergebnis. Es war kein Schnee oder Eis auf der Straße. Zudem kam noch die Sonne raus. Der Wetterbericht hat wieder mal recht gehabt, frohlockte ich.

Meine Tour habe ich ja bereits mit Komoot gut geplant, nur die Temperatur war mit -2° alles andere als komfortabel. Gut dass ich zur Sicherheit meine Winterklamotten mitgenommen habe. Also auf die Pedale - fertig los, ich bin wieder in Kärnten auf Tour, nach über 30 Jahren - heureka! Fünf Minuten später war es vorbei mit meiner Euphorie. Dichtes Schneetreiben mit Sicht unter 10 Meter machte eine entspannte Abfahrt nach Spittal unmöglich. Höchste Konzentration war angesagt. Meine Hoffnung war das Drautal und der doch recht positive Wetterbericht.

Auf Höhe Villach durfte ich kennenlernen, was der Wetterbericht unter "leichte Regenschauer" so versteht. Ein Eisregen bei -1° und leichtem Gegenwind machte aus einer Genusstour eine echte Kampftour. Aber ich, als Kärntner Urgestein, mußte da durch, was blieb mir auch anderes übrig. Rechts und links sah ich die enormen Schäden, die der Schneefall, immerhin 30cm in nur einem Tag, an der Natur angerichtet hat. Überall lagen Äste am Boden. Die ganzen Schönheiten auf der Tour, wie die Burgruine Landskron, die Gerlitzen ... waren für mich unsichtbar. Schneefall und Eisregen waren meine einzigen Begleiter. Sollte es bis nach Klagenfurt so weitergehen?

Wenige Kilometer hinter Villach konnte ich Hoffnung schöpfen, die Schneefälle klangen ab und die Temperatur stieg fühlbar auf knapp über Null Grad an. Die Wolken bekamen Strukturen. Ich freute mich schon auf die Süduferstraße am Wörthersee, früher eine Stammstrecke von mir. Und wie bestellt, rissen die Wolken hinter Velden auf und gaben nur wenig später einen herrlichen Blick auf Maria Wörth am Wörthersee frei.

Maria Wörth am Wörthersee

Nach Klagenfurt waren es nur noch wenige Kilometer und das Hochgefühl stellte sich prompt ein. Ich fühle mich wieder an meine Jugend erinnert, als ich mit nicht mal 20 diese Strecke immer wieder fuhr. Erinnerungen kamen hoch und als ich den mir so vertrauten Anblick von Klagenfurt sah, waren die ganzen Mühen der Tour vergessen. Spontan fasste ich den Entschluss, eine kleine Runde durch Klagenfurt zu machen, vorbei an meiner alten Wohnung und natürlich auch am Wahrzeichen von Klagenfurt, dem Lindwurm.

Lindwurm Wahrzeichen von Klagenfurt

Nur wenige Minuten später war ich angekommen, bei meinen Eltern wo ich schon voller Sorge erwartet wurde. Als alle meinen "Smile" auf den Lippen sahen wussten sie, die Sorgen waren unbegründet und ich war wieder um ein schönes Abenteuer reicher.


Kärnten von seiner schönsten Seite

Eine Rennrad Tour von Klagenfurt über Keutschach und den Faaker See ins Rosental

Rennrad Tour Klagenfurt Keutschach Faaker See Rosental

Länge: 61 km
Höhenmeter: 670 hm
Durchschnittsgeschwindigkeit: 29 km/h
Details zur Tour auf Komoot.de

Kärnten ist ein Land für Rennradler, das ist ja bekannt. Anspruchsvolle Berge aber auch Hügellandschaften mit teilweise giftigen kurzen Steigungen hat man in Kärnten vor der Haustüre.

Genau so eine Tour wollte ich mir am letzten Tag meines Kurzaufenthaltes in Kärnten aussuchen. Das Ziel war das Haus meines Bruders. Dank Komoot und auch der einen oder anderen Erinnerung aus fernen Tagen war die Tour schnell fixiert. Über die Berge südlich des Wörthersees sollte es gehen, vorbei an Velden zum schönen Faaker See. Danach ab ins Rosenthal zum Ausrollen. Das Höhenprofil hatte das Aussehen eines Sägeblattes. Genau so etwas habe ich mir vorgestellt, denn über die flachen Straßen bolzen konnte ich in Bayern genug.

Gegen 9 Uhr ging es los. Über dem Klagenfurter Becken hing dichter Nebel. Die Temperatur war knapp über Null Grad. Naja, bis 20 Grad sollten es noch werden. Und meine Hoffnung auf schönes Wetter wurde nicht enttäuscht. Gleich nach den ersten hundert Höhenmetern wusste ich, warum ich diese schöne Straße in guter Erinnerung hatte. Der Nebel riß auf und gab mir den Blick auf eine traumhafte Landschaft frei.

Herrliche Landstraße vor Keutschach

Nun wusste ich - das wird eine herrliche Tour. Das ist Radsport - der Puls in den Schläfen - die Vorfreude auf die nächste Steigung und diese herrliche Landschaft - ich dachte, ungefähr so müsste der Himmel für Rennradler aussehen.

Blick auf die Karawanken

Die Tour ging vorbei am schönen Keutschacher See und immer wieder öffnete sich die Hügelkette südlich von mir und gab einen herrlichen Blick auf die schneebedeckten Karawanken frei. Viel zu kurz war diese abwechlungsreiche Höhenstraße. Nun konnte ich mich dem Rausch einer rasanten Abfahrt in Richtung Velden hingeben. Nur ganz kurz war ich auf der Bundesstraße unterwegs, denn Komoot führte mich auf einen einsamen Radweg, der mich direkt zum Faaker See bringen sollte. Diesen Weg kannte ich nicht, es war eine "Erstbefahrung" für mich.

Obwohl ich in den frühen Morgenstunden unterwegs war, hatte ich das Vergnügen, viele Rennradfahrer unterwegs begrüßen zu können, Einzelkämpfer, wie ich aber auch ganze Gruppen machten schon die Straßen unsicher. Ein freundlicher Gruß, ein Lächeln und weiterradeln!. Müdigkeit stellte sich bei mir nicht ein, obwohl ich die vielen Steigungen durchaus mit Druck hochfuhr. Als sich der Wald öffnete, wusste ich, was ich zu tun hatte. Bremsen - Kamera raus und ... klick!

Faaker See

Der Faaker See mit den Karawanken im Hintergrund war sicherlich eines der Highlights der Tour und auch zugleich der Scheitelpunkt denn nun ging es ab ins Rosental. Es waren keine nennenswerten Steigungen mehr zu erwarten also konnte ich gut Druck auf die Pedale geben. Entlang der Drau ging es nun zum Zielpunkt der Tour. Rechter Hand immer den Blick auf die Karawanken und linker Hand stimmungsvolle Ausblicke auf die Drau, die ein großzügiges Tal in die Landschaft gefräst hat. Ich freute mich auf zweierlei, auf das Wiedersehen mit meinem Bruder und natürlich auf eine Belohnung in Form einer feinen Grillerei.

Grillen bei meinem Bruderherz

Mein Fazit zum Kurzaufenthalt in Kärnten. Mein Geburtsland wird mich wiedersehen, ganz klar. Und selbstverständlich wird es mich auf dem Sattel meines Rennrades sehen. Es gibt viele Berge und starke Routen zu befahren, einerseits auf den Spuren meiner Jugend, andererseits aber auch auf neuen Wegen.


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