Rennrad Urlaub in Ligurien - eine absolute Premiere
ein unvergessliches Erlebnis mit einem tollen Reiseveranstalter

Rennrad Urlaub in Ligurien

Mein allererster Rennrad Urlaub - entsprechend nervös bin ich. Wie werde ich die Touren bewältigen, wie schaffe ich sechs Rennrad Touren hintereinander, wie geht´s in der Gruppe ... Fragen über Fragen. Die Nächte davor - keine Chance auf Schlaf. Der Veranstalter dieser Reise ist Quäldich.de - der Name ist kein Witz - und der Veranstalter hat einen sehr guten Ruf. Wie gut, das sollten meine Waden in den kommenden Tagen kennenlernen. - Link zum Veranstalter: www.quäldich.de



Freitag, den 1. April zu Mitternacht gehts los. Mit zwei weiteren Rennrad Kollegen mache ich eine Fahrgemeinschaft und dann gehts ab von München nach Ligurien - genauer gesagt nach Chiavari, etwa 80km von Genua entfernt. Nach gut 6 Stunden Fahrt hebt sich die glutrote Sonne in der Poebene langsam über den Horizont. Die Bergkette, die die Küste von der Poebene trennt, ist schon in Sicht.

Poebene - erstes Tageslicht Erstes Sonnenlicht in der Poebene

Gegen 9h kommen wir in Chiavari an, ein Abenteuer, mit dem Mercedes Bus durch die engen Gassen dieser schönen italienischen Kleinstadt zu fahren, aber wir schaffen es. Unser Hotel Monte Rosa liegt mitten in Chiavari und es ist wirklich top!

Hotel Monterosa Unser Hotel mitten in Chiavari

Ein kleiner Rundgang durch die Altstadt zeigt mir das quirlige Leben und lässt auf wunderschöne Abende hoffen. Ein Restaurant reiht sich ans nächste und der Blick aufs Meer bei lauen Temperaturen lässt den Ruf nach meiner Badehose laut werden - aber keine Chance, denn gegen 14h wird es ernst - die "Einroll-Runde" ist angesagt.

Chavari Orangenbäume
Toll - Zitrusbäume entlang der Straße

Wochenmarkt in Chavari Wochenmarkt in Chiavari

Uferpromenade in Chiavari Erster Blick aufs Meer

Rennradurlaub in Ligurien - Tag 1 - unsere Einrolltour

Kurz die Fakten:
Länge 64km
Höhenmeter 1170m

Mehr Infos zur Tour auf Komoot

Diese nüchternen Fakten verraten eigentlich nur eines - es ist alles andere, als flach. Aber den Zauber der Landschaft, der kleinen Straßen, die sich die Berge rauf winden, den können Fotos besser rüberbringen. 

Jan, der Boss von Quäldich.de , das ist der Reiseveranstalter, gibt die letzten Instruktionen, vor der Tour, die auch helfen sollen, die Gruppe zusammenzuschweißen. Gleich danach geht es los.

Tatsächlich reichen in Ligurien die Berge bis ins Meer. Das bekommen meine Füße gleich zu spüren. Eben dahinrollen ist eher die Ausnahme - genau das habe ich mir erhofft. Der erste von drei Anstiegen lässt die Gruppe, die aus etwa 15 Leuten besteht, gleich in die Länge ziehen. Genau das finde ich einfach toll - jeder kann am Berg sein Tempo fahren aber oben wird zusammengewartet. So kann ich bestimmen, wie sehr ich mich fordere ... und wie ich mich fordere - gerade Spaß macht es.

Und immer wieder öffnet sich die Landschaft und gibt einen Blick auf die kleinen Bergdörfer oder auf die Städte an der Küste frei. Die Temperatur ist einfach perfekt - nicht zu heiß aber auch nicht zu kalt - ungefähr so muß der Himmel für Rennradler sein.

Die Gruppe ist wirklich harmonisch, es wird gelacht und keinem kommt die Wartezeit am Berg zu lang vor, im Gegenteil, es bleibt immer Zeit, sich auszutauschen.

Fazit am Ende der Tour - es ist besser, als ich es mir in meinen Erwartungen vorgestellt habe - wenn es so weitergeht, wird das sicher zu einem meiner schönsten Rennrad-Erlebnissen gehören.

Der Abend gehört dann der Gemütlichkeit und auch hier zeigt Jan, was in ihm steckt. Er ist nicht nur ein hervorragender Rennrad Fahrer, sondern auch jemand, der einen Abend gestalten kann und sich um jeden einzelnen kümmert. Ich sehe sofort, da ist jemand am Werk, der mit Herz und Seele dabei ist. Ich fühle mich gut aufgehoben.

Nach einer der besten Pizzen, die ich jemals gegessen habe (ich hatte aber auch einen Hunger, wie ein Bär) und einem Absacker in der Bar (Drohung von Jan, da kommen wir jeden Abend her ...) macht sich bei mir langsam doch der Schlafentzug und die lange Fahrt bemerkbar. Zufrieden und glücklich gehe ich ins Hotel zurück. Mein letzter Gedanke vor dem Einschlafen ... "Das Leben ist so wunderschön !!" - Dann knipsen sich bei mir die Lichter aus.

Letzte Instruktionen durch Jan Letze Anweisungen kurz vor der Abfahrt

Malerische Kirche
Eine malerische Kirche - von denen werde ich noch viele sehen



Rennradurlaub in Ligurien - Tag 2 - es geht zur Sache.

Nach dem heutigen Tag weiß ich, warum die erste Tour gestern - "Einroll-Runde" geheißen hat. Die Tour heute war ein ganz anderes Kaliber.

Die Tourdaten:

Länge: 91 km
Höhenmeter: 1900 hm

Mehr Infos zur Tour auf Komoot

Die Runde geht gleich recht flott los, die ersten 150 Höhenmeter beginnen gleich hinter Chiavari. Danach gehts erst mal locker und leicht hügelig dahin - bis ... ja bis zur Auffahrt auf den Passo del Bocco. Nicht die Steigung macht den Berg aus, die ist immer zwischen 5-6 Prozent, aber das dafür gut 15 Kilometer lang. Ein typischer Rollerberg - aber früher habe ich mir unter "Rollerberg" etwas anderes vorgestellt. Etwa 1000 Höhenmeter im Stück. Dieser Anstieg bringt uns in eine völlig andere Klimazone. Immer wieder bieten sich traumhafte Ausblicke auf kleine Dörfer und monumentale Täler und Berge. Der Pass liegt auf 1100 Meter.

Und dann gehts wieder bergab - eine der vielen berauschenden Abfahrten. Eine Kaffeepause haben wir uns verdient. Hab ich schon gesagt ... Rennradfahrer sind Kaffeetanten .. was da an Kaffee vernichtet wird... Aber ich habe einen Fehler gemacht - unzureichende Kleidung - ich merke, daß ich völlig ausgekühlt bin und auch im Kaffee erwärme ich mich nicht. Mein Körper versucht sich durch unkontrollierbares Zittern wieder zu erwärmen - vergebens und das sollte sich bitter rächen.

Danach der zweite Anstieg - immerhin auf etwa 900 Meter und etwas steiler. Der Anstieg ist für mich ein Kampf, irgendwie merke ich, daß es heute nicht so rund läuft aber das gehört dazu, die Kälte und die fehlende Regeneration fordern das Opfer. Zähne zusammenbeißen und vor allem dank der tollen Unterstützung von Klaus, dem Guide der sportiven Gruppe, er hat mich im wahrsten Sinne des Wortes über den Gipfel gebracht, ist es vollbracht. Einen letzten Hügel lasse ich aus ... man wills ja nicht übertreiben und - der nächste Tag rückt auch unerbittlich näher. Meine Gedanken - wie soll ich nur den nächsten Tag überleben - die Tour ist noch länger und noch härter, als die Tour heute - aber ich habe es ja nicht anders gewollt.

Rollerberge - Malerische Kirche Eines der vielen kleinen Bergdörfer

Rollerberge Kaffeepause Die Kaffeepause - ich bemühe mich, nicht so gequält dreinzuschauen

Der Abend gehört, wie immer, der Gemeinschaft - ein herrliches Essen in einem sehr authentischen Lokal beschließt einen weiteren genialen Tag dieses Urlaubes. Auf den obligatorischen Bar-Absacker verzichte ich diesmal, denn das Bett ruft nach mir.


Rennradurlaub in Ligurien - Tag 3 - Küstenstraßen - traumhafte Pässe - sagenhafter Ausblick

ein Ausflug nach Genua mit vielen vielen Pässen und noch mehr Höhenmeter und sagenhaften Ausblicken - es kann nicht mehr schöner werden. Küstenstraße - Pässe .. Rennradherz, was willste mehr !!! Nur ich habe etwas Muffensausen, nach dem letzten Tag. Aber Jan hat mir einen Windstopper geliehen - damit hat er mir wirklich den Hintern gerettet.

Die Tourdaten:

Länge 116km
2630 Höhenmeter 

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Der erste Teil der Tour geht entlang der Küstenstraße. Aber wer denkt, die Küstenstraße sei flach, der irrt - in Ligurien gehts rauf und runter und so haben wir neben dem Ausblick auf mondäne Städte auch bereits ca. 500 Höhenmeter in den Waden - und dann gehts erst so richtig los.

Es geht rauf auf den Monte Fasce , vorbei an kleinen Bergdörfern, die sich an die Hänge schmiegen geht es bergauf - immer bergauf - knapp 900 Höhenmeter. Die letzten Meter auf den Gipfel, der durch Masten "gekrönt" ist, haben es in sich. Aber der Ausblick auf Genua ... WOW! Das muß man gesehen haben.

Und dann, die Belohnung - eine rauschende Abfahrt und futsch sind die 900 Höhenmeter. Doch keine Sorge, es sind noch viele vor uns.

Nach einer wohlverdienten Mittagspause in einem Kaffee gehts natürlich wieder "himmelwärts" - rauf nach San Alberto. Huh, dieser Anstieg ist giftig. Zum einen, weil Monte Fasce in den Beinen ist aber zum anderen, weil dieser Anstieg eine Rampe nach der anderen bietet. Oben angekommen, haben wir uns erstmal eine gute Rast verdient. Immerhin, ein letzter Hügel mit etwa 300 Höhenmeter ist noch vor uns aber Angesichts der Leistung hinter uns ist das wirklich nur ein Hügel.

Noch ein kleines Abendteuer harret unser - plötzlich ist die Straße weg. Komoot hat da schon gejammert aber wer vertraut schon einer App... naja, ein paar Meter Fahrrad tragen schadet ja auch nicht. Wir haben da echtes Querfeldein-Feeling.

Mit ca. 40km/h blasen wir unserer letzten Zieletappe entgegen. Ein wenig abgelenkt bin ich , denn mein Smartphone macht Schwierigkeiten, die Stromleistung geht runter und plötzlich ist die halbe Tour weg - meine Laune sinkt kurz in den Keller - aber nur kurz.

Nur - auf das wohlverdiente Abschluss-Eis habe ich keinen Bock, erst möchte ich retten, was zu retten ist ... Good News - es hat doch geklappt, die Tour ist aufgezeichnet. - Nun bin ich wieder happy ... hätte doch mit meiner Gruppe auf ein Eis gehen können - hinterher ist man immer schlauer.

Und ... was ist mit meinen Befürchtungen vom Vortag - alles wie weggeblasen, ich bin stärker als jemals zuvor. Es war wirklich nur ein Kälteproblem und - ich habe wieder mal was gelernt. Die beste Kondition nützt nichts, wenn man unzureichend angezogen ist.

Entlang der Uferstraße Via Aurelia Die Uferstraße führt uns durch mondäne Ortschaften

Meerblick
Ein letzter Blick aufs Meer und dann ab in die Berge

Bergdorf
Vorbei an malerischen Bergdörfern - die Straße ganz oben am Gipfel (Foto recht) - da müssen wir hoch

Es geht immer weiter bergauf
Immer weiter bergauf, die Temperaturen werden immer kühler

Der letzte Anstieg
Der letzte Anstieg auf den Gipfel liegt vor uns - noch einmal alles geben

Geschafft
Geschafft - Glücksgefühl pur !!!

Genua Panorama
Ligurien - ein bergiges Paradies - einfach herrlich



Rennradurlaub in Ligurien Tag 4 - ab ins Landesinnere

Auch heute gehört der Tag dem Radsport - die vierte Tour in Folge - in der Frühe habe ich echt Schwierigkeiten, die Treppe hochzukommen und dann eine solche Tour. Meine Beine sind wirklich schwer. Kurzfristig entscheide ich mich mal für die ausdauernde Truppe, wir fahren die volle Strecke aber mit einer längeren Mittagspause und etwas längeren Wartezeiten am Berg, weil die Gruppe deutlich größer ist. Ich sollte meine Entscheidung nicht bereuen.

Die Tourdaten:

Länge 103 km
Höhenmeter 2220

Mehr Infos zur Tour auf Komoot

Von Chiavari fahren wir gleich ins Landesinnere und klaro es geht gleich bergauf aber moderat. Unser erstes Ziel ist der Passo La Forcella - ein Rollerberg vom Feinsten. Inzwischen weiß ich auch, daß auch ein Rollerberg bergauf geht und ich meine Körner nicht gleich verschießen sollte aber trotzdem - ich will antreten und lasse die Gruppe hinter mir. Das Schöne - bergauf kann jeder sein Tempo fahren und so seinen inneren Takt finden. Die 800 Höhenmeter Anstieg vergehen wie im Flug und nur selten geht das Tempo unter 15 km/h . Erst der Blick ins Tal verrät uns, daß wir schon viele Höhenmeter gemacht haben. Die Morgenmüdigkeit ist verflogen, die Beine sind geschmeidig - ich denke, langsam stellt sich ein Gewöhnungseffekt ein.

Aber nach einer kurzen Abfahrt wird es giftig , es geht rauf zum Höhepunkt unserer Tour auf den Passo di Fregarolo, auf 1200 Meter gelegen. Der Anstieg ist giftig und fordert viele Körner von uns. Ich merke auch die vergangenen Touren mittlerweile deutlich. Aber irgendwann ist auch dieser Scharfrichter bezwungen und es geht runter nach Montebruno auf eine gemütliche Mittagspause mit einem original italienischen "Arbeitsessen" - einfach bloß noch genial. Man bekommt da für kleines Geld ein richtig komplettes Essen und ah ... es ist wirklich gut!!!

Naja, nur dumm, daß gleich nach unserer Mittagspause der nächste giftige Anstieg ansteht. 600 Höhenmeter und viel davon deutlich über 10%. Und der Ranzen ist noch voll. Da komm ich wirklich ins Pumpen und kurz blitzt der Gedanke auf, warum ich mir das antue -- aber nur kurz denn ein Blick ins Tal zeigt mir sofort, warum. Diese Kombination aus direktem Naturerleben, körperliche Anstrengung, dem Ausloten der Grenzen und dann absolutes Glück am Berg ... das kann einem das Radfahren geben.

Die Belohnung, neben dem sagenhaften Ausblick - eine mindestens ebenso beeindruckende Abfahrt. Mit über 70 Sachen brettern wir ins Tal und vernichten mit Lust die soeben mühevoll erarbeiteten Höhenmeter. Der Geschwindigkeitsrausch hält an, unsere Gruppe donnert mit über 40km/h durch die Ortschaften entlang der Landstraße - Jan, unser Guide, ist da unsere Lokomotive - und der fährt unter Volldampf. 

Kurz vor Chiavari, ein letzter giftiger Anstieg mit gut 200 Höhenmetern, der Levi, hier geben wir alles, wir werfen unsere letzten Reserven in die Waagschale ... geschafft. Was folgt ist eine feine Abfahrt in unser Urlaubsdomizil und natürlich das gute Gefühl, wieder einen genialen Tag erlebt zu haben ... Ich habe es keine Sekunde bereut, mit Quäldich diesen Tripp gemacht zu haben.

Unsere Gruppe Unsere größere Gruppe - es geht langsam bergauf

Ein genialer Rollerberg
Ein angenehmer Berg ohne Rampen und kaum Verkehr

Am ersten Pass angekommen
Unser erster Gipfelsieg - und nicht der letzte

Unsere Mittagspause
Eine wohlverdiente Mittagspause bei angenehmen Temperaturen

Ein herrlicher Bergblick
Die Berge Liguriens - eine zerklüftete Landschaft

Bergpanorama am letzten Pass
Der letzte Pass für heute und wieder ein sagenhaftes Panorama

Siegerfoto
Siegerfoto am Pass - das muß sein!

Jan - der Chef von Quäldich
Jan, der Chef von Quäldich.de weiß, alle Schäfchen sind da


Rennradurlaub in Ligurien Tag 5 - ein Ruhetag - aktive Regeneration

Ein Ruhetag während eines Rennrad Urlaubes - das bedeutet natürlich wieder rauf auf den Bock - gar nicht Radfahren, bei dem herrlichen Wetter, das ginge ja gar nicht - aber Dampf rausnehmen und mal nicht auf Berge und Pässe ... naja ein kleiner Pass hat es dann doch sein müssen - eben ein Ruhetag nach Quäldich-Art.

Die Tourdaten:
Länge: 78 km
Höhenmeter: 1180 Meter

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Es geht los ins Landesinnere - das bedeutet in Ligurien natürlich bergauf - unser erstes Etappenziel ist Colle Caprile - ein einfacher Anstieg ohne Rampen mit etwa 300 Höhenmeter. Nach 5 Tagen müssen wir uns zwingen, langsamer zu fahren, wir sind es mittlerweile gewohnt, die Berge rauf zu fegen aber heute ist ja Erhohlungstag - also Druck von den Pedalen - trotzdem wird es irgendwie immer schneller .. naja, wenns Spaß macht...

Wie immer - wo es raufgeht, gehts auch runter - und das kosten wir aus, wir stürzen uns den Berg hinab in Richtung Camogli und vernichten in kürzester Zeit die Höhenmeter, die wir erst erklommen haben - und welchen Spaß das macht !!! 

Vor Camogli geben wir nochmal auf einer recht ebenen Straße ordentlich Zunder - Autos können uns da nicht mehr überholen - ja und dann, dann gehts zum Highlight des Tages, eine Felsenbar in San Rocco. Aber natürlich muß sich diese Pause erst verdient werden. Ein recht giftiger Anstieg führt uns rauf zur Via Aurelia, der Küstenstraße, die hier immerhin fast 300 Meter über den Meeresspiegel liegt. Huh, denke ich, für einen Erholungstag ist das ganz schön aber wir haben alle ordentlich Wumms in den Waden und packen den Anstieg locker. Dann gehts auf einer Stichstraße nach San Rocco wo wir mit traumhaften Ausblicken auf Camogli und auf die gesamte Küste belohnt werden ... natürlich mit einer Tasse Kaffee in der Hand ... was ich während dieses Urlaubes Kaffee trinke .. geht auf keine Kuhhaut aber wie schon erwähnt - Rennradfahrer sind Kaffeetanten...

Die Bar, der Ausblick ... das ist einfach Entspannung pur - so schön kann das Leben sein. 

Ja und dann ... wer denkt, daß wir dann gemütlich heimbummeln, der irrt, zurück auf der Via Aurelia, der Küstenstraße wartet ein weiteres Highlight auf uns - GNADENLOSES BOLZEN - Diese herrlich ausgebaute Straße - ein leichtes Gefälle, feine Kurven und ein Haufen Rennradler mit einem Grinsen im Gesicht und mit 60 Sachen und mehr unterwegs - ha - das ist Lebensgefühl .. und ich bin mitten drin.

Ein letzter Blick auf Chiavari, kurz vor der finalen Abfahrt, zeigt, daß die Ruhetag-Tour kurz vor dem Ende ist. Abgeschlossen wird diese natürlich mit einem guten Bier am Strand. Die Sonne scheint von einem nur leicht bewölkten Himmel - für einen Regentag ein top Ergebnis - kein Tropfen - nass sind wir nur von innen nach außen geworden.

Und heute Abend, da gibt es Fisch - Hab ich einen Hunger !!!!

Unsere Gruppe Unsere Gruppe unterwegs zum Pässchen - kein Pass !

Felsenbar von San Rocco Wer will was - Entspannung in der Felsenbar - nur nicht für Jan

Sagenhaftes Panorama Ein sagenhaftes Panorama - in der Felsenbar können wir bleiben

Jan und Klaus - unsere Guides Jan und Klaus - unsere Guides. Klaus macht die sportive Gruppe, mit der ich die ersten beiden Tage mitgefahren bin. Jan macht die ausdauernde Gruppe.

Und wieder ein herrlicher Meerblick Unterwegs noch mal schnell anhalten und dieses herrliche Bild mitnehmen

Chiavari - unser Start und Ziel Chiavari - unser Ausgangspunkt und unser Ziel



Rennrad Urlaub in Ligurien - Tag 6 - der wunderbare Passo del Portello

Gestern war ja Regeneration angesagt doch heute geht´s wieder zur Sache zwei schöne Rampen und etliche Höhenmeter stehen am Plan. Und - ich habe am Vorabend eingekauft - ein neues Trikot mit Hose und bei der Gelegenheit ist der Windstopper auch in meinen Besitz übergegangen.

Die Tourdaten:

Länge 112 km
Höhenmeter: 2380 Meter

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Wie an jedem Abend vor der Tour, stellt Jan von Quäldich uns die Tour des folgenden Tages vor. Die heutige Tour wird von zwei Rampen geprägt, die uns am Papier Respekt einflößen. Der erste Berg mit ca. 600 Höhenmeter (Passo della Crocetta) und dann gehts ab auf den Passo del Portello. Der Anstieg ist etwa 1000 Höhenmeter und er beginnt recht leicht. Danach zieht er an, um erst am Schluss seinen Giftstachel auszupacken, mit recht üblen Rampen.

Entsprechend vorsichtig gehen wir die Sache an. Wir schleichen uns förmlich den Berg hinauf, wohl wissend, daß wir ja schon 5 Tage in den Waden haben und auch grob 10 Limoncelli ... vielleicht auch ein bisserl mehr - vom Vorabend. Da war es recht feucht-fröhlich.

Was soll ich sagen, es läuft - die Beine werden immer besser und aus den gefürchteten Rampen am Papier werden "Rämpchen" unter den Rädern. Die letzten hundert Meter liefere ich mir noch ein kleines Wettrennen mit einem Rennrad Kollegen. Den Wein (ah, den habe ich ganz vergessen) und die Limoncellis haben längst meinen Körper verlassen.

Die anschließende Abfahrt in Richtung Mittagspause ist richtig übel, mich friert es, wie einen Schneider - zu Mittag - als erstes heiße Suppe und danach .. ja was essen Radfahrer... natürlich Pasta ... immer wieder Pasta.

Gut aufgewärmt gehts runter ins Tal - ein Höllenritt entlang der Bundesstraße. Jan, unsere Lokomotive, läuft unter Volldampf und zieht uns gegen den Wind dem Meer entgegen. Unser Radtross kracht mir Volldampf das Tal hinunter - ach macht das Spaß ... ja und dann zum Schluss:

Der Levi geht immer - 200 Höhenmeter nochmal schnell hoch - verrückt, so leicht bin ich diesen Berg noch nie hochgefahren - meine Beine werden immer besser. Ganz zum Schluss lässt Jan nochmal die Sau raus und zu zweit geben die nochmal ordentlich Zunder. Ich bin mir nicht sicher, wie weit es noch ist, deshalb halte ich mich zurück aber jucken tut es schon in den Waden und Reserven sind genügend da. Also kann ich nicht anders und das Tempo wird erhöht ... als dritter erreiche ich Levi und sehe, daß auch Jan mal schwer atmen kann - ich dachte schon, der Kerle ist eine Maschine. 

Und wieder ist eine herrliche Tour zu Ende - die Tage fliegen nur so dahin - ich bin wirklich im Urlaub angekommen. Vielleicht haben die etwa 10 Limoncelli von gestern auch eine Wirkung ... hehehe ... Ich erlebe eine herrliche Zeit hier in Ligurien.

und wieder bergauf Und wieder geht es bergauf - ab in die Berge

Erster Gipfel
"Des Wolfis neue Kleider" - Mein Hintern tut gar nicht mehr weh.

Lumarzo
Und wieder ein Pass - inzwischen habe ich zu zählen aufgehört

Eine der Burgen
Eine malerische Burg - Ligurien steckt voller Fotomotive

Meerblick
Immer wieder öffnet sich die Landschaft und gibt den Blick auf das nahe Meer frei


Rennrad Urlaub in Ligurien - Tag 7 - die Königsetappe

Das Beste kommt zum Schluss - genauso hält es auch Jan von Quäldich, der uns in den letzten Tagen unvergessliche Erlebnisse beschert hat. Unsere Gruppe ist inzwischen zu einer Einheit zusammengewachsen. Gemeinsames Quälen (im positivsten Sinn des Wortes) schweißt eben zusammen.

Die Tourdaten:

Länge: 138 km
Höhenmeter: 2690 Meter

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Diesmal kommen wir nicht sonderlich hoch hinaus, die Maximalhöhe ist etwa 650 Meter über dem Meeresspiegel aber dafür ähnelt das Höhenprofil einem Sägeblatt.

Wir haben vier Bergwertungen um 600 Meter und dazwischen geht es immer fast auf Meeresniveau runter. Mit großem Respekt beginnen wir die Tour und es läuft gut. Den ersten Anstieg auf den Passo della Mola rollen wir hinauf , es sind keine harten Rampen und der Tritt ist rund. Nicht zum ersten Mal wundere ich mich, welche Reserven und Möglichkeiten im Körper stecken. Alleine hätte ich diese Leistung nie abgerufen, weil ich gar nicht gewusst hätte, daß es sie gibt.

Unsere ausdauernde Gruppe besteht aus wirklich guten Rennrad Fahrern, entsprechend geht es beim zweiten Pass zur Sache. Obwohl da einige etwas steilere Stücke dabei sind, wird hochgeprescht, als ob es kein Morgen gäbe. Anscheinend wollen wir es heute alle noch wissen.

Und dann - ein Highlight - etwa 600 Meter über dem Meer führt uns eine Panoramastraße unserer Mittagspause entgegen. Die Ausblicke aufs Meer - einfach wunderbar und die Straße führt leicht wellig entlang der Steilküste. Ligurien, Du bist ein Paradies für Radler.

Fast unvermittelt geht es dann bergab nach Vernazza - steil bergab. Wir schlucken alle, denn wir wissen , genau diese Straße müssen wir wieder rauf. Mit beiden Bremsen auf Anschlag schleichen wir uns die Straße hinunter - rollen lassen kann man es da nicht. Etwas bange frage ich mich, ob ich mich bei den letzten Pässen zu sehr verausgabt habe?

Vernazza selbst ist ein toller Ort, eingekesselt von steilen Bergen, bietet er einen schönen Ausblick auf das Meer. Die Häuser zeugen von ehemaligem Reichtum - genau diese Balance zwischen Verfall und ehemaliger Schönheit macht den Reiz aus. Leider wissen das auch tausende Touristen, entsprechend überflutet ist der Ort. Einkehren wollen wir diesmal nicht aber eine Pizza am Hafen mit Cola bringt uns wieder die Energien zurück, die wir am Aufstieg auf brauchen werden.

Scheinbar hat es funktioniert - schneller als gedacht, sind wir oben angekommen, ausgepowert aber happy. Und schon geht es weiter, zur letzten Bergwertung rauf auf den Passo del Bracco - und wie es raufgeht.

Einer unserer Kollegen, inzwischen "König" getauft, fährt wie meist vorne voran und eine Dreiergruppe, mit mir dabei, macht sich auf die Aufholjagd. Wir geben Druck auf die Pedale, ich wundere mich, woher noch die Kraft kommt. Und wieder geht es bergan - ohne Gnade. Die Schenkel beginnen zu brennen - egal, es ist der letzte Berg und weit vorne wird plötzlich der Verfolgte sichtbar - wir schließen auf.

Der Atem geht nur mehr stoßweise, die letzten Körner werden verpulvert. Wie weit ist es noch - kein Gefühl mehr für die Zeit, nur atmen, treten und den Schmerz ignorieren - da - 1 Kilometer ! Wir ziehen das Tempo nochmal an. Der Abstand wird gehalten. 300 Meter - 200 Meter ... das Ziel ist zum Greifen nah - aber was ist das??? Die Straße geht weiter bergan, hinter dem Ziel - das darf doch nicht wahr sein!

Für wenige Sekunden klappe ich zusammen und nehme den Druck raus - in der Hoffnung, das es meine beiden Mitstreiter auch tun - Hoffnung ist vergebens, die halten den Druck - also rauss aus dem Sattel, in den Wiegetritt und aufschließen. Ich will nicht zurückfallen und tatsächlich, ich halte das Tempo. Wir fahren alle mit Reserven, von denen wir nicht wissen, daß es sie gibt und da ... weit vorne sehen wir unseren Pässe König in einem Stuhl sitzen - gelassen sieht er uns kommen. Wir geben nochmal alles und ... geschafft. Alles fällt ab und wir reichen uns zu unserem Sieg über uns selbst die Hand.

Vom Rest der Gruppe ist weit und breit nichts zu sehen, wir haben ein mörderisches Tempo angeschlagen.

Danach, als alle Schäfchen wieder zusammen sind, stärken wir uns noch am Pantani Brunnen, der nach dem gleichnamigen Rennrad Fahrer benannt ist. Es ist fast wie ein Ritual, wir leeren unsere Trinkflaschen und füllen diese mit dem Wasser des Brunnens. Dann wird gleich angezogen. Mit jedem Schluck kommt neue Energie zurück. Es ist zwar eine Illusion aber eine schöne - ich lasse sie gewähren. Nach der Mutter aller Abfahrten und einer kurzen Strecke entlang der Bundesstraße sind wir wieder an unserem Ausgangspunkt in Chianti angekommen - erschöpft aber glücklich - das war im wahrsten Sinn des Wortes - die Königsetappe.

Unsere Gruppe Unsere Gruppe kurz vor dem ersten Pass

Einfach eine perfekte Straße Einfach eine perfekte Straße entlang der Steilküste

Kurz vor der Abfahrt nach Vernazza - ein ultimativer Fernblick Immer wieder eröffnet sich der Blick auf das Meer

Vernazza Vernazza - ein Städtchen wie aus dem Bilderbuch

Pizza Pizza und Cola und danach ... klaro - ein Espresso

Und schon wieder gehts bergan Und schon wieder gehts bergan - wir sammeln Höhenmeter

Stärkung am Pantani Brunnen Stärkung am Pantani Brunnen

Das ist er gewesen - mein erster Rennrad Urlaub. Wenn ich gefragt werde, ob er meine Erwartungen erfüllt hat, dann kann ich mit einem klaren NEIN antworten. Meine Erwartungen sind übertroffen worden. Ich habe neue Erfahrungen sammeln können und einen Aspekt des Radsportes kennenlernen können. Die Dynamik in der Gruppe und den Spaß, den dieser Sport gemeinsam macht. Was ich an den Veranstalter Quäldich im Allgemeinen und an Jan im Besonderen schätze ist, daß er die Zeit nicht "zu Tode organisiert" hat. Bei aller Verantwortung hat er uns während der Tour immer die Freiheit gelassen, die ich als Radfahrer so sehr schätze. Und die Abende nach den Touren ... einfach legendär.

Für mich ist es klar, ab sofort gehört ein Rennrad Urlaub fix dazu. Jetzt, eine Woche nach dem Urlaub, habe ich in den heimatlichen Gefilden bereits 446 Kilometer zurückgelegt. Steigungen, die ich früher mit dem kleinen Gang hochgeschlichen bin, trete ich durch. Ich habe durch diese Woche deutlich an Kondition zugelegt und vor allem an Kraft am Berg. Das kann die beste Radsaison bisher werden!

Wolfi


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Tour Länge