Eine Kurzvisite auf der Edelweißspitze in Österreich
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Die Edelweißspitze ist der höchste Punkt der Großglockner Hochalpenstraße. Der Gipfel des 2571 Meter hohen Berges  wurde komplett
eingeebnet und durch einen Parkplatz ersetzt. Etwas unterhalb befindet sich ein Gasthaus. Unter Amateurastronomen ist dieser Ort
wegen seiner hervorragenden astronomischen Bedingungen bekannt. Grund genug für mich, im Rahmen des ITT 2012 der Edelweißspitze
mal einen Besuch abzustatten.

Edelweißspitze Panoramablick

Die Hochalpenstraße führt durch eine absolut spektakuläre Bergwelt. Alleine das Erlebnis, entlang dieser Straße zu fahren, die übrigens nur für touristische Zwecke
errichtet wurde, ist beeindruckend.

Die Edelweißspitze während des Tages

Auf dem ca. 50 Meter großen Parkplatz wird man schnell aus der Illussion der unberührten Bergwelt geholt. Während des Tages hat die Edelweißspitze für mich den
Charme des Mittleren Rings in München. Gestresste Autofahrer suchen einen Parkplatz und regen sich auf, wenn der Vordermann nicht schnell genug reagiert. Es wird
einem das volle Programm geboten - irgendwie scheinen diese Menschen vergessen zu haben, wo sie sind.

Und wenn endlich ein Parkplatz gefunden wurde, wird ausgestiegen, mal schnell neben dem Auto eine 360° Rundumblick - Kehrtwende gemacht, ev. noch auf den Turm
besucht, da ist man schließlich ca. 6 Meter höher als am Parkplatz ... wenn man Platz auf der kleinen Plattform bekommt - auch hier noch mal schnell der 360° Rundumblick
und dann wieder ab die Post - zurück auf die Hochalpenstrasse ... wow - ein Gipfelerlebnis erster Klasse.

Ich selber habe mir das Ganze ca. 3 Stunden auf meinem Liegestuhl angeschaut, etwas entrückt, kein Teil dieses Treibens und konnte mir ein Schmunzeln nicht
verkneifen.

Das Gasthaus auf der Edelweißspitze

Wesentlich gemütlicher geht es im Gasthof auf der Edelweißspitze zu. Der Gasthof ist etwas unterhalb des Parkplatzes gelegen. Die Preise sind überraschend
moderat und auch die Übernachtung kostet nicht die Welt. Ich habe mir auf der Terasse eine Buttermilch gegönnt und habe die herrliche Sonne genossen.

Link zur Gasthof auf der Edelweißspitze

Das Fernrohr ist aufgebaut

Die Atmosphäre am Gipfel ändert sich schlagartig ca. 1-2 Stunden vor Sonnenuntergang. Schließlich möchten die Leute allesamt noch im Hellen die Hochalpenstraße
verlassen haben. Binnen weniger Minuten leert sich der Parkplatz und die Edelweißspitze zeigt sich von einer völlig anderen Seite. Es wird ruhig .. sehr ruhig und
man fängt an, sich in dieser herrlichen Bergwelt zu verlieren. Ich bin froh, das Fernrohr, trotz einsetzender Bewölkung, aufgebaut zu haben. Nun habe ich Zeit, diesen
einzigartigen Ausblick zu genießen - umgeben von ca. 30 Bergen über 3000 Meter, mit Blick auf zahlreiche Gletscher. Ich komme mir nun richtig klein vor - aber auch
irgendwie geborgen - inmitten dieser Schönheit.

Blick auf den Gletscher bei Sonnenuntergang

Das Farbenspiel des Sonnenuntergangs ist einzigartig - die letzten Sonnenstrahlen tauchen einen Gletscher in unwirkliches Licht. Die ganze Umgebung erscheint
mir unwirklich - wie in einem Märchen. Alleine dieser Anblick ist es wert, sich die Edelweißspitze auch mal für etwas länger zu geben.

Zu Beginn ist die Nacht eher wolkenverhangen aber gegen 22h lösen sich die Schleierwolken auf und geben den Blick auf einen einzigartigen Sternenhimmel frei.

Das Teleskop im nächtlichen Einsatz

Das Fernrohr verrichtet automatisch seinen Dienst. Es folgt den Sternen mit großer Genauigkeit und anstelle eines Okulares zum Beobachten, befindet sich eine
hochempfindliche CCD Kamera am Okularauszug. So entstehen Bilder des Kosmos, wie sie das bloße Auge nie sehen kann. Für mich bleibt Zeit, mir den Sternenhimmel
mit dem bloßen Auge zu gönnen, ich lege mich in Ruhe auf die Liege und lass mich in die Tiefen des Kosmos versinken. Kein Windhauch regt sich und auch die
Temperatur ist durchaus angenehm und ... ich bin alleine am Gipfel.

Die Milchstraße über den hohen Tauern

Ein Foto kann nur unzureichend die Stimmung wiedergeben. Wenn sich das Auge optimal an die Dunkelheit adaptiert hat, kann man sogar die schneebedeckten Berge
erkennen. Anders als die Farbenpracht während des Tages, herrschen in der Nacht Grautöne vor. Alles wird dominiert von der Milchstraße, die sich von Horizont zur
Horizont spannt.

Viel zu schnell ist die Nacht vergangen und ich mache mich auf den Rückweg zum ITT, wo ich vielen Sternfreunden von meinem Erlebnis auf der Edelweißspitze
berichten werde. Ich bin sicher, die Edelweißspitze wird mich wiedersehen und dann werde ich dort auch übernachten - eventuell mit ein paar Freunden.

Wolfi Ransburg


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